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    Salzwasser und Rasierschaum: Hilfe nach Feuerquallen-Stich


    Bild: Thomas Müller/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

    Das Tückische an Quallen ist ihre Durchsichtigkeit. Dadurch bemerkt man auch eine Feuerqualle trotz leichter Färbung im Wasser womöglich zu spät. «Und selbst wenn man denkt, der Körper sei schon an einem vorbei, können noch die langen Tentakel folgen», sagt Christopher Dolz von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG).

    Diese langen, dünnen Fäden der Gelben Haar- oder Nesselqualle, wie sie eigentlich heißt, haben es in sich. Ihre Nesselzellen enthalten ein Gift, das die Haut reizt. Diese wird rot, schmerzt, juckt und kann Quaddeln bilden. «Sogar eine am Strand liegende Qualle kann diese Symptome bei Berührung noch auslösen», warnt Christopher Dolz.

    Quallen-Kontakt: Schnelle Hilfe mit Rasierschaum, kein Süßwasser

    Die gute Nachricht: Solch ein Kontakt ist zwar äußerst unangenehm, aber in der Regel harmlos. Erste Sofortmaßnahme: Die Haut mit dem am Meer ohnehin vorhandenen Salzwasser abspülen. «Nicht mit Süßwasser oder Alkohol, denn das würde dafür sorgen, dass die Nesselzellen sich öffnen und die Schmerzen noch verschlimmern», sagt Dolz. Danach hilft es, die betroffenen Hautstellen mit Rasierschaum zu bedecken.

    «Den haben auch die Rettungsschwimmer auf den Türmen immer zur Hand», sagt der DLRG-Mann. «An die können Sie sich wenden.» Der Schaum sollte etwas antrocknen und kann dann mit einer Kreditkarte oder etwas Ähnlichem abgeschabt werden. «Nicht mit der Hand entfernen», sagt Dolz, «sonst verbrennen Sie sich die auch.» Der Schaum bindet die Nesselzellen, eine nicht ganz so gute Alternative dazu ist Sand.

    Zum Lindern der Beschwerden ist Essig beliebt, hier sollten Sie aber nur eine schwache Lösung wie Speiseessig auftragen, sonst wird die Haut möglicherweise erneut gereizt. Daneben helfen vorsichtiges Kühlen und Antihistaminika-Salben. Dennoch werden die Symptome ein paar Tage andauern.

    Bei Quallen-Kontakt und Allergie: Rettungsdienst alarmieren

    Gefährlich werden können die Quallen allerdings Menschen, die bereits mit Allergien vorbelastet sind. Bei ihnen könnte das Gift einen anaphylaktischen Schock auslösen. Dieser äußert sich zum Beispiel durch Atemnot, Brustschmerzen, ein starkes Anschwellen der betroffenen Stelle, Erbrechen oder Schwindel. Dann muss dringend der Rettungsdienst  über die 112 oder die Notrufnummer des Urlaubsortes alarmiert werden.

    Dass einem eine Gelbe Haar- oder Nesselqualle begegnet, kann vor allem am Atlantik passieren, wozu als Randmeer auch die Nordsee gehört. Aber durch Wind und Strömungen kommen die Tiere mitunter auch in die westliche Ostsee.


    Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
    (08.07.2024)


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