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    In chinesischen Stink-Fröschen schlummern vielleicht die Antibiotika der Zukunft.

    Einer Studie zufolge könnten neuartige Antibiotika ausgerechnet von Froscharten stammen, die zu den übelriechendsten Kreaturen der Erde gehören.

    Sowohl der Gestank, als auch ihre Bakterien-vernichtenden Eigenschaften dienen den Vertretern der Gattung Odorrana als Verteidigungsstrategie: Ihr Brechreiz-erregender Geruch nach faulem Fisch vertreibt Fressfeind und gegen Bakterienbefall wehren sich die Frösche mit einem Arsenal hochwirksamer Substanzen, die sich die Medizin zu Nutze machen könnte.

    Das Luft anhalten bei der Probennahme hat sich für die Forscher von der chinesischen Academy of Science in Yunnan offenbar gelohnt: Sie haben auf der Haut von neun Stink-Frosch-Arten über 700 Substanzen identifiziert, die sich möglicherweise für die Entwicklung neuer Antibiotika eignen. Mit diesen antimikrobiellen Peptiden (AMPs) schützen die Frösche ihre Haut vor Infektionen. Das ist auch nötig, denn die Haut der kleinen Stinker ist immer feucht – in der tropischen Wärme ihrer südchinesischen Heimat wäre das ohne die Schutzsubstanzen ein fataler Nährboden für Bakterien.

    Frühere Studien haben bereits einige medizinisch interessante Substanzen auf der Haut von Amphibien identifiziert. Die neu entdeckten Wirkstoffe erweitern diese allerdings erheblich: Die AMPs der Stink-Frösche repräsentieren jetzt ein Drittel aller bekannten Substanzen dieser Wirkstoff-Gruppe, sagen die Forscher. Die extreme Vielfalt biete jede Menge Vorlagen, um neuartige Peptid-Antibiotika zu entwickeln. Tests an Bakterienkulturen im Labor haben die Wirksamkeit bereits bewiesen. Dreiundzwanzig der AMPs haben die Forscher auch schon künstlich hergestellt und erste Untersuchungen zu ihren Eigenschaften durchgeführt.

    Einige der Antibiotika-Kandidaten sind den Untersuchungen zufolge dabei besonders vielversprechend, da sie einen Zwei-Komponenten-Effekt aufweisen: Sie bekämpfen die Bakterien direkt und mobilisieren gleichzeitig das Immunsystem der Frösche, berichten die Wissenschaftler. Ein Antibiotikum mit diesen Eigenschaften wäre der Traum der Mediziner, denn viele krankheitserregende Bakterienarten werden zunehmend resistent gegen die gängigen Antibiotika. Die Forscher betonen, dass die Forschungsarbeiten noch am Anfang stehen, sie sind aber von dem enormen Potential der AMPs ihrer stinkenden Forschungsobjekte überzeugt.

    Xinwang Yang (Chinese Academy of Science in Yunnan) et al.: J. Proteome Res.DOI: 10.1021/pr200782u

    Text: wissenschaft.de / Bild: meXXart GbR






    27.12.2011

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