Ratgeber

Heilpflanze des Monats

Hilfreich bei Erkältungen und Magen-Darm-Problemen: Süßholz...

Das Süßholz - Glycyrrhiza glabra L.

blühende Süßholzpflanze

Die Pflanze

Das Süßholz ist eine langlebige, bis zu 2 m hoch wachsende Staude. Die Pflanze bildet zunächst eine Pfahlwurzel, später ein verholzendes Rhizom und Nebenwurzeln. Die bläulich bis hellvioletten Schmetterlinsblüten stehen in ährenähnlichen, aufrechten Blütenständen. Medizinisch aber auch in der Süßwarenindustrie zur Herstellung von Lakritze werden die im Spätherbst bis Frühjahr gesammelten und getrockneten Nebenwurzeln verwendet. Das Süßholz ist in Europa und Asien anzutreffen.

Die Anwendung

Die Süßholzwurzel enthält Saponine, darunter das süßschmeckende Glycyrrhizin, Flavonoide, Chalkone und Cumarine. Zubereitungen aus der Süßholzwurzel werden zahlreiche Wirkungen zugeschrieben, wobei die Förderung der Abheilung von Magen- oder Darmgeschwüren bzw. die Schutzwirkung gegenüber deren Entstehung am besten untersucht ist. Heutzutage ist diese Anwendung jedoch kaum mehr von Bedeutung, da als Ursache für die Entstehung von solchen Geschwüren eine Infektion mit Bakterien (Helicobacter pylori) angesehen wird, die antibiotisch behandelt wird und somit eine Heilung erreicht werden kann.

Glycyrrhizin besitzt weiterhin eine hustenreizvermindernde, entzündungshemmende und schleimlösende Wirkung, die durch eine auf das Wachstum von Bakterien, Pilzen und Viren hemmende Wirkung weiterer Inhaltsstoffe ergänzt wird, so dass die Süßholzwurzel zur Behandlung von Husten aber auch von Entzündungen im Mund- und Rachenraum verwendet wird.

Im Tier- oder Laborversuch konnte auch radikalfangende, immunmodulierende, antihistaminische Eigenschaften und ein Einfluss auf den Stoffwechsel der Geschlechtshormone nachgewiesen werden.

Hervorzuheben ist insbesondere, dass Glycyrrhizin bzw. Glycyrrhetinsäure den Effekt der körpereigenen Hormone Hydrocortison und Aldosteron verstärken und somit zu Nebenwirkungen führen können wie sie bei einer Cortisontherapie auftreten. Daher sind spezielle Anwendungsbeschränkungen zu beachten und die Therapiedauer auf 4 bis 6 Wochen zu beschränken (s. Hinweise)! Auch der übermäßige Verzehr von lakritzehaltigen Süßwaren kann zu unerwünschten Wirkungen bis hin zur Vergiftung führen!

Dosierung

Tee:
1 Teelöffel fein zerkleinerte, getrocknete Süßholzwurzel (etwa 3 g) werden mit ca. 150 ml siedenem Wasser übergossen, 5 Minuten am Sieden gehalten und nach dem Abkühlen abgeseiht. 3 mal täglich eine Tasse frisch bereiteten Tee nach den Mahlzeiten trinken. Tagesdosis: 5 bis 15 g Droge, entsprechend 200 bis 800 mg Glycyrrhizin

Lakritze:
Die handelsüblichen Lakritzesorten enthalten zwischen 34 und 500 mg Glycyrrhizinsäure pro 100 g. Produkte mit mehr als 200 mg / 100 g werden als "Starklakritze" bezeichnet für die eine Angabe über die Höchstverzehrmenge angegeben werden muss. Aber auch der Genuss größerer Mengen über längere Zeiträume von Süßwaren mit geringerem Gehalt an Glycyrrhizinsäure kann zu unerwünschten Nebenwirkungen führen (s. Hinweise). Eine niederländische Studie fand heraus, dass der Verzehr von unter 2 mg pro Kilogramm Körpergewicht und Tag unbedenklich erscheinen.

Zubereitungen

Die Süßholzwurzel ist Bestandteil vieler Präparate aus der Gruppe der Husten- und Magen-Darmmittel.

Extrakte aus der Süßholzwurzel werden auch in der Süßwarenindustrie zur Herstellung von Lakritze und zur Aromatisierung von Medikamenten und Bonbons verwendet.

Hinweise

Nicht während Schwangerschaft und Stillzeit anwenden!

Nicht anwenden bei vorliegenden Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems (Bluthochdruck, Herzinsuffizienz), Zuckerkrankheit (Diabetes), Lebererkrankungen, die auf einer Störung des Gallenflusses beruhen, Leberzirrhose, schweren Nierenfunktionsstörungen und bei erniedrigtem Kaliumgehalt des Blutes (Hypokaliämie)!

Nur nach Rücksprache mit dem Arzt anwenden bei Erkrankungen, die durch die Gabe von weiblichen Geschlechtshormonen (Estrogene) beeinflussen lassen, wie z.B. hormonabhängige Tumoren (Brust-, Eierstockskrebs) und Endometriose.

Nicht in höherer Dosierung oder länger als 4 bis 6 Wochen anwenden!

Die Einnahme von Zubereitungen aus der Süßholzwurzel in höherer Dosierung und / oder über längere Zeit kann zu schweren Störungen des Mineralstoffhaushaltes (erniedrigte Kalium- erhöhte Natriumspiegel) führen, was sich in einer vermehrten Wassereinlagerung im Gewebe (Ödeme) und Bluthochdruck zeigen kann. Als weitere Folge können Herzrhythmusstörungen, Muskelschwäche und Rhabdomyolyse (d.h. eine Auflösung von Muskelfasern) auftreten.

Wechselwirkungen:
Nicht anwenden bei gleichzeitiger Medikation mit herzwirksamen Glykosiden, blutdrucksenkenden Mitteln, Cortisonpräparaten und bestimmten Diuretikas und Abführmitteln!

Die gleichzeitige Anwendung kann zu einer Verstärkung der Nebenwirkungen oder zu einer Abschwächung der Wirksamkeit führen. Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker!

Die Einnahme von Zubereitungen aus dem Süßholz kann möglicherweise den Abbau bestimmter Medikamente hemmen und somit indirekt zu einer Überdosierung führen.

Daher sollten Personen, die bereits andere Medikamente einnehmen, vor der Anwendung ihren Arzt oder Apotheker zu Rate ziehen. Ebenso sollten Patienten, die süßholzwurzelhaltige Präparate einnehmen, ihren Arzt darüber informieren, wenn sie andere Arzneimittel verordnet bekommen.

Bild: Isolde Altersberger, Henriette Kress

Quelle: www.heilpflanzen-suchmaschine.de
© Mit freundlicher Genehmigung von HEXAL AG

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